Spielger√§te `Marke Eigenbau¬ī

Die Versuchung ist groß. In Eigenleistung kann mit handwerklicher Begabung schnell und „billig“ ein Spielplatz errichtet oder ergänzt werden.

Wenn Eltern beim Ausbau von Spielplätzen helfen, ist die Anleitung durch fachkundiges Personal, das sich mit den Anforderungen der Normen auskennt, unbedingt zu empfehlen. Die Aktivitäten sollten sich auf den Bau einfacher Elemente mit geringem Gefährdungspotenzial wie Balancierbalken, Sitzgelegenheiten etc. beschränken.

Auf keinen Fall sollte man aufwendigere Geräte, mit denen größere Gefährdungen verbunden sind, selbst bauen oder nachbauen. Auch wenn Sie die Maße eines Spielgerätes von einem gewerbsmäßigen Hersteller abnehmen und dieses Gerät nachbauen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sicherheitsrelevante Teile nicht den Belastungen entsprechend ausgewählt werden.

In der Vergangenheit führte selbst so ein vermeintlich unwichtiges Teil wie ein Gewinde zu einem Unfall. Bei einem Eigenbau wurde das Gewinde zu lang geschnitten, dies schwächte die Stabilität des Spielgerätes, es brach zusammen und verletzte dabei zwei Kinder.

Die Norm fordert für Spielgeräte einen schriftlichen Stabilitätsnachweis, z.B. durch statistischen Nachweis ider Belastungsversuch. Beide Nachweise sind nicht einfach zu führen und kostenintensiv. Außerdem muss die Normenkonformität, d.h. die Übereinstimmung der volrliegenden Konstruktion mit den Anforderungen der DIN-Normen bescheinigt werden. Wer übernimmt diese Bestätigung bei Spielgeräten `Marke Eigenbau´? Wer haftet, wenn sich ein Kind am selbstgebauten Spielgerät verletzt und möglicherweise lebenslange Einschränkungen hinnehmen muss?